10.7.2021: Tragischer Bergunfall in der Schobergruppe

Unweit der Elberfelder Hütte (unsere Patenhütte auf 2346 m in der Schobergruppe) ist eine Bergfreundin vom DAV-Wuppertal unterhalb des Gipfels vom „Roter Knopf“ aus einer 3-Gruppe abgestürzt. Jede Erste Hilfe kam zu spät, Livia B. (30) aus Remscheid war bereits ihren schweren Verletzungen erlegen. Der Unfall ereignete sich am Samstagvormittag.

Livia war u.a. gemeinsam mit Martin Kentschke und Klaus-Dieter Schübel (DAV-Recklinghausen) sowie weiteren Mitgliedern vom Alpenverein Gelsenkirchen und Wuppertal für eine Woche zum Arbeitseinsatz auf unserer Patenhütte.

Die Aufgabe unserer Sektionsmitglieder war es vor allem, das durch eine Lawine verschüttete neue Wasserkraftwerk wieder freizulegen.

Mit Motorsäge und Eispickel wird das Kraftwerk ausgebuddelt

Für Samstag, den 10. Juli 2021, war der gemeinsame Abstieg ins Tal geplant. Martin und Klaus-Dieter machten sich zusammen mit den Gelsenkirchenern kurz nach 9:00 Uhr auf den Weg.  Kurz zuvor, um 8:45 Uhr sind Livia und Ernst A. (62), Hüttenreferent der Sektion Wuppertal, gemeinsam mit einer weiteren Bergkameradin (39) losgegangen. Sie hatten sich zum Abschluss dieser erfolgreichen Arbeitswoche die Tour zum „Roter Knopf“, 3281m, ausgeguckt und wollten erst später absteigen.

Die Wetter-Bedingungen waren gut und auch die Wege sollten zu dieser Jahreszeit eis- und schneefrei sein. Allerdings musste man im Aufstieg kurz unterhalb des Gipfels einem vereisten Schneefeld ausweichen und den markierten Weg kurzzeitig verlassen.

„Die verunglückte Bergsteigerin hatte sich an einem Felsen festgehalten, der ausbrach und sie mit sich riss. Die Frau stürzte mitsamt dem Felsen rund 100 Meter ab auf das Schneefeld und kam erst in einem darunter liegenden Geröllfeld zum Stillstand und erlitt tödliche Verletzungen“, wie die Landespolizeidirektion Kärnten mitteilte.

Martin und Klaus-Dieter wurden am Sonntagmorgen auf der Heimreise durch Ernst telefonisch über das Unglück informiert.

Wir sind alle tief betroffen von diesem tragischen Unglück. Es zeigt einmal mehr, dass unser Sport neben all den schönen Erlebnissen und Erfahrungen dunkle Seiten hat. Das Risiko steigt immer mit, das müssen wir uns immer und immer wieder vor Augen halten.

Vorstand und Mitglieder des DAV-Recklinghausen denken an die Hinterbliebenen und sprechen ihnen unser aufrichtiges Beileid aus. Wir denken aber auch an unsere Wuppertaler Bergkameradin und Bergkameraden, die diese Unglücksstunden ihr Lebtag nicht mehr vergessen werden. Auch ihnen gilt unser Mitgefühl.

Der Vorstand des DAV Recklinghausen

Martin Kentschke | Gerhard Schiweck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.