Es müssen nicht immer die Alpen sein. Für ein gemeinsames Wander‑ und Kletterwochenende führte uns der Weg mit acht Erwachsenen und drei jungen Nachwuchsmitgliedern in die Eifel. Was uns dort erwartete, überraschte viele von uns: abwechslungsreiche Touren, fordernde Passagen und ein Gelände, das stellenweise durchaus alpinen Charakter hatte.

Unser Startpunkt war Altenahr. Fast fünf Jahre nach der Jahrhundertflut sind die Spuren des Ereignisses noch sichtbar: leerstehende Häuser, Baustellen, provisorische Wegeführungen. Bereits zu Beginn wurden wir mit einer gesperrten Brücke konfrontiert, die eine Umgehung notwendig machte – eine erste Erinnerung daran, wie wichtig Flexibilität und vorausschauende Tourenplanung sind. Nach einem kurzen Aussichtsstopp erreichten wir das „Teufelsloch“. Über schroffe Schieferfelsen kletterten wir unseren ersten Felsgrat und fanden schnell unseren Rhythmus.

Aufgewärmt und konzentriert setzten wir unsere Tour durch die Wälder rund um Altenahr fort. Am höchsten Punkt der Route, dem Schrock auf 389 Metern, wurden wir bei bestem Wetter mit einem weiten Blick über das Ahrtal belohnt. Im weiteren Verlauf ging es wieder bergab bis zur Ahr. Das Gewässer sollte für uns an diesem Tag kein Hindernis sein: Schuhe aus, hinein ins Wasser. Trotz glatter Steine, Strömung und knietiefer Passagen meisterten wir die Flussquerung gemeinsam und mit Bedacht. Die Abkühlung war an diesem ungewöhnlich warmen Apriltag willkommen.

Nach der Querung folgte ein erneuter, steiler Anstieg. Eine exponierte Felspassage forderte Trittsicherheit, Körperspannung und volle Aufmerksamkeit. Spätestens beim dritten und längsten Felsgrat wurde deutlich, wie anspruchsvoll selbst Mittelgebirgsrouten sein können. Nach rund zwölf Kilometern und etwa 650 Höhenmetern erreichten wir mit der Ruine der Burg Are einen eindrucksvollen Schlusspunkt des Tages. Im Biergarten ließen wir die Tour bei kühlen Getränken gemeinsam ausklingen. Die Übernachtung in der Jugendherberge Daun bot ideale Bedingungen: moderne Zimmer, gutes Essen und ein reibungsloser Ablauf – eine solide Basis für den zweiten Tag.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Manderscheid, um den Burgenlandklettersteig zu begehen. Der erste Abschnitt diente dem Warmwerden, bald jedoch verlangten steile Aufstiege und die erste Hängebrücke volle Konzentration. In der Mittagspause nutzten wir die Zeit für Abseilübungen und beschäftigten uns unter anderem mit der Schweizer Methode – ein wichtiger Bestandteil unserer Ausbildungsarbeit im DAV.

Der dritte Abschnitt des Klettersteigs stellte mit Passagen im Schwierigkeitsgrad C/D bis D erhöhte Anforderungen an Kraft und Ausdauer. Horizontale und vertikale Kletterei wechselten sich ab. Der Höhepunkt war eine etwa 60 Meter über der Lieser gespannte Hängebrücke, die nochmals Fokus und Ruhe verlangte. Nach weiteren Anstiegen erreichten wir schließlich erschöpft, aber glücklich das Gipfelkreuz.

Fazit: Zwei Tage voller Bewegung, Naturerlebnis und gemeinsamer Herausforderungen. Altenahr und Manderscheid erwiesen sich als vielseitige und fordernde Ziele für alpine Unternehmungen im Mittelgebirge: Die Eifel ist das neue Allgäu.